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Wie duftet Heimat? Wie schmeckt das Leibgericht aus Kindertagen? Wo gibt’s edle Tropfen? Brandenburg ist reich an kulinarischen Verlockungen, sei es nun in edlen Restaurants oder – selbst ist der Mann und die Frau – aus der eigenen Küche aus heimischen Zutaten. Wir machen auf dieser Seite Lust auf Genuss, schauen dabei auch auf die Gesundheit und das Wohlbefinden.

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Whisky aus der Uckermark

mit Cornelia Bohm in ihrer Destillerie Foto: Patrick Pleul

Seit 2009 existiert in Schönermark in der Uckermark die Preußische Whiskydestillerie. Betrieben wird sie von Cornelia Bohn, einer ehemaligen Apothekerin, deren hochprzentiges Produkt sich zu einem begehrten Mitbringsel entwickelt hat.

Als Cornelia Bohn im Dezember 2012 nach genau drei Jahren Reifezeit die erste Flasche Whisky im Beisein von Freunden und Gästen in ihrer kleinen Destillerie im uckermärkischen Schönermark zog, arbeitete die studierte Pharmazie-Ingenieurin noch Vollzeit in einer Apotheke. Drei Jahre zuvor hatte sie begonnen, sich ihren Traum zu erfüllen, eigenen Whisky zu brennen.

Wo heute blitzende Armaturen und Apparate stehen, Fässer ruhen und Flaschen klirren, da stand damals ein völlig vergammelter Pferdestall, den niemand wollte. Er grenzte an die alte Brennerei von Schönermark, errichtet im Jahre 1850 von Graf Redern. Dort ließen die Gutsbesitzer einst Korn aus Getreide brennen. Nach einem Jahrhundert verrotteten die Gebäude. Als Cornelia Bohn dann anfing,  den Dreck aus den Ecken des aufgekauften Pferdestalls zu fegen, schwieg mancher Nachbar skeptisch.

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Leidenschaft und Abenteuer

Inzwischen ist einige Zeit ins Land gegangen und die zielstrebige Frau widmet sich nunmehr ganz ihrer Leidenschaft. Wenn Cornelia Bohn an ihrer kupfernen Whisky-Destillerie steht, ist sie in ihrem Element. „Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Es ist einfach eine Leidenschaft“, sagt sie. Schon ihr Begrüßungsgeld zur Wende investierte die Schwedterin einst in eine Whisky-Flasche. „Beim Stichwort Whisky dachte ich an Freiheit und Abenteuer – alles das, was wir in der DDR nicht hatten“, beschreibt die 53-Jährige.

Ein bisschen hat wohl auch ihr Vater  mit ihrer Liebe zum Whisky zu tun. Helmut Henk genoss schon zu DDR-Zeiten  gern den Geschmack des edlen Hochprozentigen. Und weil er einst dienstlich für das Schwedter Erdölwerk viel in der Sowjetunion unterwegs war, nahm er gern eine Flasche davon mit, weil Whisky das einzige war, was die Russen nicht tranken und es ihm demzufolge nicht wegtrinken konnten. Seine Tochter traf später auf einen Barkeeper in Berlin, der ihr einen Vortrag über den vielschichtigen Charakter von Whisky hielt, dem seiner Ansicht nach „komplexesten Getränk der Welt“.

Reise an die Orte, an denen Whiskey einst entstand

In den Jahren danach besuchte Bohn dann viele Destillerien, vor allem in Schottland, bevor sie sich selbst ans Maischen und Destillieren machte. Inzwischen verkauft sie nur noch Whisky aus geräuchertem Gerstenmalz, den sie fünf Jahre lang in Eichenholzfässern gelagert hat.

„Im Alter bekommt er mehr Aroma. Das Klima hat Zeit, sich mit einzubringen“, beschreibt Bohn. Sie verwendet nur noch Bio-zertifizierte Rohstoffe, um tatsächlich ein hochwertiges Produkt zu schaffen. Seit 2015 kann sie vom eigenen, bernsteinfarbenen Single Malt tatsächlich leben. Dabei sind es nur 20 Fässer mit je 225 Litern, die sie pro Jahr in ihrem Ein-Frau-Betrieb produziert. Expandieren möchte sie nicht, sagt Bohn. „Meine Währung ist auch die Zeit, je länger der Whisky lagert, umso besser wird er.“

Der „Preussische Whisky“, dessen Logo ein Pferd mit Pickelhaube ist, hat seinen Preis. Ein halber Liter in edler Verpackung kostet 80 Euro. Bohn verkauft hauptsächlich an Fachhändler und mit wachsendem Erfolg auch online.

Anerkennung aus Amerika

Sie brauche nicht viel Geld, um sich ihr Leben zu leisten, sagt sie. „Ich muss nicht in den Urlaub fahren, ich lebe ja in der Uckermark.“  Viel unterwegs ist sie trotzdem in den vergangenen Jahren gewesen. So auf internationalen Messen, wo sie sich mit dem rauen Hochprozentigen aus der Uckermark gegen die kaum noch überschaubare Konkurrenz behaupten muss oder in Monaco, um über ihre Verpackungsidee zu referieren.

Ihren spektakulärsten Auftritt aber hatte sie 2015 in New York in Reitstiefeln und preußischer Uniform. „What‘s that?“ entfuhr es den Whisky-Päpsten Amerikas angesichts der jungen Frau aus dem so völlig unbekannten Ort irgendwo in der alten Heimat der Einwanderer. Die stand mit ihren ungewöhnlichen Flakonflaschen, auf denen das schwarze Friesenpferd springt, inmitten der ganz Großen der Szene und ließ auf ungewöhnliche Art den ganz frischen Whisky ihrer winzigen Brennerei verkosten. „That‘s good“ schmunzelten die Amerikaner damals anerkennend.

Ein solcher Spruch kommt in der rauen Whiskywelt einer Goldmedaille gleich. Dass sich eine Frau in die Domäne der Herren wagt, ist aber gar nicht mehr so selten. Doch die durchgestylte Werbekampagne mit Imagefilm und Verpackung, mit Extra-Broschüre und dreidimensionalem Messebild hat eingeschlagen. Wild galoppierende Friesen, junge Frauen in preußischen Uniformen, Männer mit Kaiserbart und Nebel über grünen Wiesen sind die uckermärkische Antwort auf legendäre Werbebilder made in Amerika. Sie sollten die Geschmacksrichtung des ersten Preußenwhiskys und das Lebensgefühl seiner Macher symbolisieren. „Ich fühlte mich wie eine Art Botschafterin der Uckermark“, so Cornelia Bohn.

Für Touristen wäre die Schönermarker Destillerie ein interessantes Objekt – doch die 53-Jährige hat keine Zeit, sich um Besucher zu kümmern und kein Geld, um dafür extra jemanden einzustellen, wie sie unumwunden sagt.   Kerstin Macht

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Alte Apfelsorten in der Flasche

Heidschnucken heißen die Schafe in der Niederlausitzer Heidelandschaft. Hier weiden sie im Naturschutzgebiet bei Hohenleipisch im Landkreis Elbe-Elster.
Foto: Andreas Franke

Bad Liebenwerda Mineralwasser kommt direkt aus der Niederlausitzer Heidelandschaft. Die Nähe zur Natur stellt sich für die Firma zunehmend als Vorteil heraus.

Frau Wittstock, die Bad Liebenwerdaer Mineralquellen haben ihren Unternehmenssitz in der Niederlausitzer Heidelandschaft. Ist das ein Vor- oder ein Nachteil für Ihre Produktion?
Das ist ein Vorteil. Denn die Verbindung zwischen unseren Produkten und der Natur entspricht der Philosophie unseres Unternehmen. Außerdem kommt es unseren Kundinnen und Kunden entgegen, denn sie schätzen die Herkunft unseres Wasser, das wir aus unseren Brunnen im Naturpark gewinnen.

 

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Führt das nicht zu Konflikten mit der Renaturierung des ehemaligen Militärgeländes und des stillgelegten Tagebaus?
Ganz im Gegenteil, wir unterstützen ja den Naturschutzbund NABU, diese 20 000 Quadratmeter als Naturparadies zu entwickeln. Wir sind seit 2014 Partner des Grünhausprojektes bei Lauchhammer. Zudem unterstützen wir die wissenschaftliche Beobachtung einwandernder Tierarten und die ehrenamtliche Tätigkeit für dieses Naturschutzprojekt. Der Schutz der Umwelt sichert ja die
langfristige Qualität unseres Mineralwassers. Deshalb suchen wir auch die Beteiligung als Unternehmen an Projekten zum Thema übersäuerte Böden oder Insektenschutz.

Was bringt das Ihren Kundinnen und Kunden?

Ich will ihn gern ein praktisches Beispiel nennen. Der Naturschutzbund setzt sich beispielsweise dafür ein, dass hier auf den Streuobstwiesen alte Apfelsorten erhalten und wieder angebaut werden. Wir nutzen Äpfel aus der Lausitz für unsere Apfeldirektsaftschorle. So entsteht mit 60 Prozent Saftanteil aus Äpfeln der Region ein natürliches Getränk mit Vertrauen in die Qualität, weil es in der Heimat
entsteht.

Sie benutzen das Wort „natürlich“, müssen Sie das betonen?
Ja, denn um als „natürliches Mineralwasser“ bezeichnet werden zu dürfen, muss es seinen Ursprung in einer amtlich anerkannten, geschützten, unterirdischen Quelle direkt am Abfüllungsort haben. Die Zusammensetzung des Mineralwassers muss innerhalb natürlicher Schwankungen konstant sein. Es darf in seiner Zusammensetzung nicht verändert werden. Es darf nur enteisent, entschwefelt werden, und bei Kohlensäure entzogen werden. Bei unserem Mineralwasser wird lediglich das Eisen entfernt. Die Qualität von natürlichem Mineralwasser liegt also bei weitem über der von Quell- oder gar Tafelwasser.

Sie bieten sogar ein Fruchtsaftgetränk aus fein perlenden Mineralwasser mit drei Prozent Fruchtsaft an. Warum weisen Sie auf dem Etikett darauf hin, dass es vegan ist?
Das ist notwendig, weil ja der natürliche trübe Saftanteil geklärt wird. Und das machen wir ohne tierische Zusatzstoffe und weisen es deshalb aus.

Sie arbeiten seit kurzer Zeit als Beauftragte für Nachhaltigkeit, folgen Sie da nur einem Trend oder was ist Ihre Aufgabe?
Vor 25 Jahren war das kein großes Thema, aber die Zeiten ändern sich. Unserem Eigentümer ist dieses Engagement sehr wichtig, weil zunehmend von uns als Unternehmen, aber auch vom Kunden erkannt und anerkannt wird, dass die Grundlage unseres Lebens eine gesunde Natur ist, bei Mineralwasser sollte das eine Selbstverständlichkeit sein.

Das klingt gut, aber was ist Ihre Aufgabe?
In unserer Produktion benötigen wir zum Beispiel gut 1,16 Liter Brauchwasser im gesamten Produktionsprozess, unter anderem um Mehrwegflaschen zu säubern. Bei einer Produktion von durchschnittlich 700 000 Flaschen pro Tag, können Sie sich vorstellen, was da an Brauchwasser nötig ist. Es gehört zu einer meiner Aufgaben, durch die Optimierung des Produktionsprozesses, den Verbrauch an Brauchwasser zu senken. Oder ich arbeite daran die Emissionen im Fuhrpark zu reduzieren. Unsere Fahrer werden regelmäßig geschult, der Tourenplan optimiert. Unsere LKW erreichen bereits alle die  Euro 6 Norm. Unsere Gabelstapler haben einen Elektroantrieb, wir beziehen Öko-Strom, 98 Prozent unseres Abfalls wird wieder verwertet und wir arbeiten daran unseren Restmüll zu reduzieren.

Großes Thema sind die Plasteflaschen. Werden Sie die weiter nutzen?
Wir orientierten unser Angebot immer an den Wünschen unserer Verbraucher, welche auch PETFlaschen kaufen möchten. Der Großteil unseres PET-Flaschen-Angebotes besteht aus Mehrwegflaschen. Aber auch unser Angebot in Glasflaschen, welches wir stetig ausbauen, erfreut sich großer Beliebtheit. Neben Mineralwasser in der 0,7-Liter-Flasche haben wir 2016 eine neue 1,0- Liter-Individualflasche entwickelt. Und im letzten Jahr haben wir unsere Schorlen zurück in die Glasflasche gebracht.

Danke für das Gespräch. Es führte Peter Ufer

Glasflaschen erfreuen sich wieder großer Beliebtheit.
Angelika Wittstock

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