Besser leben in Mecklenburg-Vorpommern

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BESSER LEBEN

TOURISMUS in Mecklenburg-Vorpommern

Das wahre Abenteuer liegt vor der eigenen Haustür! Muss ja so sein, könnte man sagen, denn wie sonst erklären sich all die vielen Reisenden, die sommers wie winters in Mecklenburg-Vorpommern Station machen, sei es zum Wandern, Ausspannen, Baden oder Kultur genießen. Gehen auch Sie mit auf die Suche nach dem Besonderen in Ihrer Heimat – mit ein paar Klicks auf dieser Seite!

Geschichten

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Ein Flächendenkmal von nationaler Bedeutung

Seit der Gründung vor zehn Jahren ist Claudia Stauß Vorsitzende des Vereins Denkmal Kultur Mestlin. Foto: Udo Mitzlaff

Die Gemeinde Mestlin im Landkreis Ludwigslust-Parchim lebt vom Ideenreichtum und der Hartnäckigkeit des Vereins „Denkmal Kultur Mestlin“, dem Claudia Stauß vorsteht. Zu DDR-Zeiten wurde Mestlin bis 1957 als einziges von 180 ausgewählten Dörfern zu einem sozialistischen Musterdorf ausgebaut. Nach dem Ende der DDR verfiel die Anlage. 2008 gründete sich der Verein „Denkmal Kultur Mestlin“.

Dieser bemüht sich seither um den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudeensembles und eine Belebung des kulturellen Angebots, erklärt Claudia Stauß. Inzwischen versuche sie als Kommunalpolitikerin das Dorf zukunftsfähig zu gestalten. Viel ist schon geschafft. In Eigenleistung wurden 2009 und 2010 beide Foyers, der kleine Saal und die Räume im Obergeschoss hergerichtet. 2013 wurde das zweite Treppenhaus wieder freigelegt.

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Ehrenamt für das Große Ganze

2016 bekam der große Saal einen provisorischen Fußboden. Aber auf anderes, wie die veränderte Trägerschaft des Kulturhauses, wird noch hingearbeitet. Künftig kann die Verantwortung nur noch von hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern gemeinsam gestemmt werden. Das sei von Vereinsseite Wunsch und Forderung zugleich. Claudia Stauß kämpft seit Jahren mit ihrer Doppelbelastung. „Manchmal“, sagt die freiberuflich tätige Bühnenmeisterin, „muss ich auch Geld verdienen.“ Wibke Niemeyer

Wie ein Neustrelitzer kunstvoll die Kettensäge schwingt

David Kundt tritt mit seiner Säge auch bei Stadtfesten auf. Im Sommer ließ er sich bei der Langen Nacht der Künste in Neustrelitz bei der Arbeit zusehen. Foto: Matthias Schütt

Wovon andere ihr Leben lang träumen, das hat David Kundt aus Neustrelitz schon im Alter von 29 Jahren verwirklicht: Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Seine Leidenschaft ist die Kettensägen-Schnitzerei. Neun Jahre lang hat er in seiner Freizeit geschnitzt. Sein Chef in einem Holzhandel in Neustrelitz ließ ihn nach Feierabend auf dem Hof sägen. So wurde er immer besser. In diesem Jahr nun wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit, mietete eine Halle und lebt von seiner Kunst.

Angefangen hat der Neustrelitzer zunächst mit kleinen Pilzen und Männchen. „Ich war begeistert von der Power der Sägen“, erzählt er. Zusammen mit seinem Vater hatte er damals viel mit dem Werkstoff Holz gearbeitet. „Ich war früher mal etwas verrückt drauf, deswegen bin ich meinen Eltern so dankbar, dass sie mich die gesamte Zeit über unterstützt und an mich geglaubt haben“, erzählt Kundt. „Normale Arbeit hat mich oft gestresst, jetzt ist es nur noch positiver Stress“.

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Spezielle, spitze Kettensägen

Seine Motive entspringen entweder aus seiner Fantasie oder er erfüllt Kundenwünsche. Neben Tieren, Menschen und Pflanzen stellt der Holzbildhauer auch Laternen, Schalen und filigran ausgearbeitete Schmuckstücke her. Für die Figuren verwendet David Kundt meistens Eichenstämme. „Das ist das langlebigste Holz, das es hier in der Region gibt, und es lässt sich super verarbeiten.“ Für besondere Kundenwünsche greift er aber auch zum edleren Kirschholz. Die Figuren sägt er aus einem Stück. „Das Schwierigste ist dabei der Grobschnitt. Da muss ich besonders darauf achten, die richtigen Proportionen zu finden.“ Danach geht es an die Details.

Für seine Arbeit verwendet Kundt spezielle Kettensägen, die vorne spitz zulaufen. „Mit diesen Carving-Sägen bekommt man auch die Details super hin, nur bei Augen oder Gravuren nehme ich dann den Dremel zur Hand.“ Die fertigen Figuren lässt Kundt meist unbehandelt. „Es sieht am besten aus, wenn nach dem Schleifen die Maserung des Eichenholzes zum Vorschein kommt. Dann hat das Holz so einen besonderen Teint und ein schönes Flair.“ Verletzt hat sich Kundt bei der Arbeit noch nicht. „Die Kettensäge ist für mich das, was der Pinsel für den Maler ist.“ Das Handwerk hat er sich übrigens durch Ausprobieren und durch Videos von anderen Künstlern selbst beigebracht.

Der Nachwuchs steht bereit

Sein Können gibt Kundt auch weiter. So tritt er beispielsweise bei Stadtfesten auf und lässt sich bei der Arbeit zusehen. An Wochenenden können Kurse bei ihm besucht werden. An zwei Samstagen und insgesamt 15 Stunden dürfen die Teilnehmer dann beispielsweise ihre eigene Eule oder ein Wildschwein sägen. Wer keine Gruppenkurse mag, kann auch zu zweit kommen. „Das machen besonders Rentner gern.“ Für David Kundt steht fest: „Das Sägen gebe ich niemals auf. Sollte das Geschäft mal nicht so laufen, suche ich mir vielleicht einen Nebenjob.“ Die Säge bleibt immer die Nummer eins. www.kundtst-werke.de

Aufblühende Oase im Sperrgebiet

Zarrentin am Schaalsee, idyllischer kann man kaum liegen. Im Vordergrund sind Klosterkirche und das Klostergebäude gut zu erkennen. Diese Lage sorgt derzeit für einigen Zuzug. Foto: Tilo Röpcke

Zarrentin am Schaalsee liegt zwar noch in Mecklenburg, wird aber immer mehr von Zuzüglern aus dem nahen Westen geprägt. Denn in die kleine Stadt am Schaalsee kam man als normaler Bürger lange nicht hin. Zu DDR-Zeiten war die idyllisch am Schaalsee gelegene Stadt von drei Seiten von Westdeutschland umgeben und damit Sperrgebiet. Fast 30 Jahre später gehören Stadt und Amt zu den wenigen Wachstumsregionen in Mecklenburg-Vorpommern. Geholfen hat da vor allem die Nachbarschaft zu Schleswig-Holstein und die Nähe zu Hamburg.

Klaus Draeger weiß als ehrenamtlicher Bürgermeister der etwas mehr als 5200 Einwohner zählenden Stadt gar nicht, wo er mit seinen Aufzählungen über die positiven Nachrichten anfangen soll. „Die Baugebiete sind alle voll, selbst bei den erst geplanten Abschnitten gibt es Wartelisten. Bauplätze sind nicht zu bekommen, uns fehlen Wohnungen, wir müssen und wollen eine neue Schule bauen, die Kita-Plätze reichen nicht, wir können uns inzwischen vor Anfragen kaum retten“, erzählt Draeger, der als Ehrenamtlicher noch seine Brötchen als Schmierstoffhändler verdienen muss.

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Alternativen nach der Wendezeit

Für den Erfolg der Schaalseestadt gibt es Gründe. Die Lage an der Grenze hatte sich mit der Wende sehr schnell vom Nach- zum Vorteil gewandelt. Mölln und Ratzeburg liegen um die Ecke, der Weg zur Autobahn und damit nach Hamburg ist kurz. Dazu kommt die Lage an dem Seengebiet mit dem wirklich idyllischen Schaalsee als größtem Gewässer. Schon früh wurde mit der reichhaltigen Natur geworben, das bald gegründete Schutzgebiet „Biosphäre“ half dabei. Heute ist Zarrentin ein beliebter Treff für Naturfreunde und Radfahrer. Und das, obwohl es kaum neue Radwege gibt. Das „Pahlhuus“ als Sitz der Reservats-Verwaltung ist längst zu einem Wahrzeichen geworden.

Und während anderswo nach der Wende die Beschäftigung extrem einbrach, hatte der Bereich der Stadt und des Amtes relativ schnell Alternativen zu bieten. Und das hatte wiederum mit der Grenzlage zu tun. Zarrentin war mit Eröffnung der Transitautobahn A 24 1982 unfreiwillig auch Namensgeber für eine Grenzübergangsstelle. Auf deren Gebiet entstand durch die pfiffige Arbeit der Bürgermeister der kleinen Gemeinden Valluhn und Gallin dann erst ein kleines Gewerbegebiet, das nach schweren Anfangsjahren schnell größer wurde.

Aufschwung schafft ein kulturelles Zentrum

Heute ist der „Businesspark A 24“ eines der größten Gewerbegebiete im Land mit mehr als 30 Firmen und geschätzt etwa 4000 Mitarbeitern. Edeka hat hier seine Logistikzentrale, sein Fleischwerk, Tchibo war früh dort und auch das Unternehmen „DS-Produkte“ firmiert dort. Geschäftsführer Ralf Dümmel erlangte als einer der Investoren bei der   Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ bundesweite Aufmerksamkeit.

Nicht nur an der Autobahn, auch in Zarrentin selbst siedelten sich neue Firmen an. Bei der jüngsten Erweiterung des stadteigenen Gewerbegebietes waren die Flächen schon vor Baubeginn fest gebucht. Doch das ist es nicht allein. Mit der alten Kirche und dem für viel Geld sanierten Klostergebäude am See verfügt das kleine Städtchen über so etwas wie ein kulturelles Zentrum. Das ist so vorzeigbar, dass sich dort sogar schon drei Ministerpräsidenten norddeutscher Bundesländer trafen.

 

Seit zwei oder drei Jahren macht Zarrentin auch zunehmend als beliebter Wohnort von sich reden. Vor allem Menschen aus dem Hamburger Umland zieht es zunehmend in die Idylle. Kein Wunder, gemessen an hanseatischen Verhältnissen wohnt es sich sehr preiswert, die Infrastruktur ist da und zur Not ist man in einer halben Stunde wieder in der Hansestadt. Den Grundstückspreisen hat das nicht gut getan, Zarrentin ist für Mecklenburger Verhältnisse schon fast zu teuer geworden.

Doch Zuzug gibt es nicht nur von den Vermögenden, auch ganz normale Menschen wollen in der Nähe wohnen. Ihre Arbeitsstelle haben sie schon meist in der Nähe.

Gibt es bald einen „Time Park“?

Doch die bescheidene Infrastruktur Zarrentins hält da nicht mehr mit und das Vorhandene ist deutlich in die Jahre gekommen. Nicht umsonst hängen derzeit viele Hoffnungen an einem Neubauprojekt mit dem vielsagenden Namen „Time Park“. Es geht um die Umwandlung eines früher geplanten Gewerbegebietes in einen Wohnkomplex mit Mietwohnungen, Häusern für betreutes Wohnen und hochwertigen Eigenheimen in Seenähe. Und das alles im Herzen der Stadt. Nicht alle finden das gut, es gibt Streit mit einigen Nachbarn und auch mit den Naturschützern. Über einen Teil des Projektes entscheidet nun das Oberverwaltungsgericht in Greifswald.

Doch das alles ändert nichts daran, dass Zarrentin dringend neue Mietwohnungen braucht. Denn die Prognosen sind laut zweier Studien eindeutig: Danach wird Zarrentin weiter wachsen, langsam zwar, in überschaubarem Rahmen aber doch stetig. Und mit dem knapper werdenden Angebot in der Stadt selbst, steigt auch die Hoffnung, dass der kleine Aufschwung auch das Umland erreicht.

Denn der beschränkt sich bisher nur auf die Kernstadt, die vielen Ortsteile und auch die Gemeinden in der Umgebung merken auf ihrem Grundstücksmarkt davon noch wenig. Auch wenn natürlich alle die Vorzüge der kleinen Stadt nutzen. Dazu passt, dass der Besitzer des größten Supermarktes große Neubaupläne hegt und die Stadt nach Jahren der Vorbereitung endlich das überfällige Ärztehaus bauen kann. Ganz in der Nähe des berühmten Klosters. Mayk Pohle

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