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Das wahre Abenteuer liegt vor der eigenen Haustür! Muss ja so sein, könnte man sagen, denn wie sonst erklären sich all die vielen Reisenden, die sommers wie winters in Sachsen-Anhalt Station machen, sei es zum Wandern, Ausspannen, Baden oder Kultur genießen. Gehen auch Sie mit auf die Suche nach dem Besonderen in Ihrer Heimat – mit ein paar Klicks auf dieser Seite!

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Es grünt so grün in den „Gartenträumen“

Tourismus-Netzwerk in Sachsen-Anhalt feiert 20. Jubiläum in Parks und Gärten

Der Schlossgarten Oranienbaum: Schloss und Garten gehören zum Unesco-Welterbe. Foto: Gartenträume Sachsen-Anhalt e. V., Stephanie Elgert

Grüne Aussichten für Sachsen-Anhalt: 2020 stehen die Parks und Gärten im Mittelpunkt des touristischen Landesmarketings. Vor 20 Jahren wurde das Netzwerk „Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt“ aus der Taufe gehoben. Das Jubiläum wird an der „Gartentraum“-Route, die mit 50 Parks durch ganz Sachsen-Anhalt führt, mit neuen touristischen Angeboten, Musik, Märkten, Messen, Ausstellungen und Festivals gefeiert.

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Sachsen-Anhalt. Prächtige Barockgärten, weltberühmte Landschaftsparks und idyllische Anlagen mit botanischer Fülle: Sachsen-Anhalt ist ein grünes Reiseziel für alle, die gern in Parks lustwandeln, in der Natur unterwegs sind, unter freiem Himmel feiern oder den Blick in die Botanik richten wollen.  Im Jahr 2000 initiierte Sachsen-Anhalt ein bis dahin einzigartiges Vorhaben: Stellvertretend für die rund 1.000 Gartendenkmale des Landes wurden die schönsten und bedeutsamsten Parkanlagen ausgewählt und im touristisch-denkmalpflegerischen Netzwerk „Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt“ zusammengefasst. 2020 wird Jubiläum gefeiert entlang der „Gartenträume-Route“, die durch ganz Sachsen-Anhalt führt und 50 Parkanlagen vereint. Rund zwei Millionen Besucher besuchen jedes Jahr, nach Angaben der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt, die historischen Parks und Gärten der touristischen Route, die Geschichte und Gartenkunst vom Barock bis heute vereint und das „grüne Wohlfühlprogramm“ mit malerischen Wegen, Skulpturen, Schlössern und Gutshäusern bildet. Die Parks und Anlagen sollen aber noch weit mehr sein, als Ziele zum Durchatmen und Genießen. „Wir wollen hier auch Gartenkunst und Gartendenkmalpflege vermitteln und die Lobby für Parks und Gärten weiter stärken, um sie für künftige Generationen zu sichern“, sagt Felicitas Remmert, Geschäftsführerin des „Gartenträume-Vereins“, der seit 2003 die Netzwerkarbeit koordiniert.

„Das Schöne muss auch nützlich sein“

Dass die „Gartenträume“ in Sachsen-Anhalt so aufblühen konnten, geht auf die erfolgreiche Bundesgartenschau 1999 in Magdeburg zurück. Land und Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie initiierten die touristische Route, die viel zu bieten hat, was die Herzen von Garten- und Architekturfans höherschlagen lässt. Besucher breiten ihre Picknickdecken im Grünen aus, stöbern bei Pflanzenmärkten oder lauschen vor blühender, grüner Kulisse klassischen Konzerten. Sie entdecken Spuren barocker Pracht in den Park von Hundisburg bei Magdeburg und Blankenburg am Harz. Sie wandeln durch Landschaften im „Gartenreich Dessau-Wörlitz“, das mit seinen sieben Anlagen zum UNESCO-Welterbe gehört und wo Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau erstmals einen Englischen Garten auf dem Kontinent schuf und zeigte: „Das Schöne muss auch nützlich sein“.

Größte Sammlung der Welt im „Rosarium“ Sangerhausen

Mindestens genau so beliebt sind die „Gartenträume“-Parks mit botanischer Fülle. Wer die „Königin der Blumen“ in voller Pracht sucht, wird sie im „Europa-Rosarium Sangerhausen“ finden, das mit rund 8.600 Arten und Sorten die größte Rosensammlung der Welt beherbergt – und das malerisch gelegen in der Landschaft „Goldene Aue“, eingebettet zwischen Kyffhäuser und Harz. So bunt wie die Rosen in Sangerhausen kündigt sich auch das Jubiläum an. Zum 20. Geburtstag beschenken die Parkführer ihre Gäste mit neuen Führungen, neue Touren verbinden „Gartenträume“-Parks mit privaten Schaugärten. Geplant sind Feste, „Lichternächte“, Konzerte und Seminare im Grünen. In vielen „Stationen“ gibt es Jubiläums-Angebote. So wird vom 11. Dezember 2019 bis zum 3. Mai 2020 auf Schloß Wernigerode die Sonderausstellung „Leidenschaft für Schönheit –Gartenträume in Sachsen-Anhalt“ zu sehen sein, die anhand von jeweils drei markanten, wertvollen und überraschenden Objekten über das Wesen und die Einzigartigkeit jeder Parkanlage informiert. Durch originale Pläne, Gemälde, historische Werkzeuge, Postkarten oder Skulpturen soll die Vielfalt kultureller Werte und Geschichten der Gärten dargestellt werden, heißt es im Programm. Und auch die Sinne sollen „Futter“ bekommen – Riechen, Hören und Fühlen gehören zur Schau.

„Gartenträume“ für alle Sinne

Für Augen und Ohren wird es 2020 viel Musik in grüner Kulisse oder historischem Gemäuer geben. In Sachsen-Anhalt haben Größen wie Bach, Händel und Telemann gewirkt. Kein Wunder also, dass im „Gartenträume“-Veranstaltungskalender viele Konzerte zu finden sind. Ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr soll der „MDR-Musiksommer“ in ausgewählten Gartenträume-Anlagen werden. In Hundisburg vereint die „Sommer-Musik-Akademie“ junge Talente aus ganz Europa und taucht Schloss und Barockgarten eine Woche lang in Klänge. Einmalig in Deutschland sind zudem die Seekonzerte des „Gartenreichsommers“. Dabei gleitet das Publikum in Gondeln durch die Wörlitzer Anlagen, wird mit Leckereien verwöhnt und lauscht Musikern, die an den reizvollsten Stellen im Park spielen. Lichter, Farben, Musik und kulinarische sind die Zutaten für zahlreiche Veranstaltungen. Zur „Romantischen Nacht“ im Kloster Drübeck kommen Besucher nicht selten von weit her, um im geschmückten, von Kerzen erleuchteten, Klostergärten ausgesuchten Künstlern zu lauschen und die Kreationen der Klosterköche zu genießen. Die „Nacht der 1.000 Lichter“ im „Europa-Rosarium“ Sangerhausen, die „Nacht der Sinne“ im Stadtpark Aschersleben, die „Lichterfeste“ in Zeitz oder Burg sind nur einige Höhepunkte für Nachtschwärmer. Angeregt werden die Sinne auch am Tage, beispielsweise beim „Berg- und Rosenfest“ in Sangerhausen oder beim „Klosterfest“ in Michaelstein. Auf eigene Faust, geführt, zu Fuß oder mit dem Rad – wer die „Gartenträume“ erkunden möchte, hat die Qual der Wahl, kann die Elbauen, das „sanfte Harzvorland“, die „Welterbe-Region“, den „Schiefen Turm und Rosen“ erkunden, „wie Bauhausmeister genießen“ oder in den „Jungbrunnen“ schauen.

Häuser für Afrika

Am Magdeburger Firmensitz wird in einer großen Industriehalle ein Haus per Kran errichtet. Foto: Steffen Höhne
Eigentlich wollte Felix von Limburg im afrikanischen Botswana nur Urlaub machen. Bei der Jeep-Fahrt durch die Savanne interessierte sich der Magdeburger Unternehmer jedoch nicht nur für Löwen und Elefanten, sondern auch für  das Leben der Einheimischen. Bei einem Halt in einem Dorf wurde ihm das örtliche Krankenhaus gezeigt. „Das war nur eine Lehmhütte. Die Füße der Bettgestelle standen in  Formalin, damit keine Insekten ins Bett gelangen“, erinnert er sich. „Wie soll dort jemand gesund werden?“ Ähnliche Zustände hatte der Unternehmer auch schon bei einem Besuch in Indien gesehen. Seine Erkenntnis  ist nicht neu: Überall auf der Welt werden kostengünstige Häuser benötigt.

Grundlagen für eine Innovation

Ungewöhnlich ist: Zurück in Magdeburg setzte sich der „Erfinder“ von Limburg hin, um ein solch preiswertes Haus zu konzipieren. Seine  Firma B.T. Innovation stellt seit Anfang der 90er Jahre  Spezialartikel für die Bauindustrie her. So hat das Unternehmen unter anderem eine Technik entwickelt, mit der Wände von Fertigteilhäusern unkompliziert  verbunden werden können. Die Grundlagen waren also schon gelegt.

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Das erste Haus wird dann in einer großen Industriehalle am Rande der Landeshauptstadt errichtet: Es handelt sich um ein massives Betonhaus auf     36 Quadratmeter  Grundfläche mit  zwei Zimmern sowie  Bad mit Dusche und WC. „Vier bis acht Personen können darin wohnen“, sagt von Limburg. Das Haus erinnert an einen Bungalow. Bedeutend sind allerdings zwei andere Daten: Die reinen Herstellungskosten können bei einer Massenproduktion auf bis zu  5 000 Euro sinken und es kann in zwei Stunden aufgebaut werden. Z

um Beweis hat von Limburg ein Fernsehteam eingeladen, die den Aufbau mit einem großen Kran festhalten. Das Video dazu ist  auf der Firmen-Homepage zu sehen. Wie lässt sich zu solch geringen Kosten ein stabiles und sicheres Haus fertigen?

Anderer Kontinent, andere Bauvorschriften

„Mit deutschen Bauvorschriften zur Wärmedämmung lässt sich so was natürlich nicht realisieren“, sagt der Firmenchef lächelnd. Der Kern des Bauprojektes ist eine transportable sogenannte  Schmetterlings-Batterieschalung.  Eine der  mehr als zwei Meter hohen Anlagen steht in Magdeburg. In dieser werden Boden, Wände und Decken in einem stehenden Verfahren aus Beton gegossen. „Die wichtigsten Teile können somit unmittelbar an der Baustelle hergestellt werden“, erklärt von Limburg. Die Wände sind nur sechs Zentimeter dick und nicht isoliert.

„Für tropische Länder ist das allerdings vollkommen ausreichend.“ In die Mauern sind  bereits  die Rohre für Wasser und Strom  integriert. Statiker der Uni Leipzig haben die Belastbarkeit geprüft. Ähnlich wie bei Ikea-Möbeln werden die einzelnen Fertighaus-Teile über sogenannte Spannschlösser miteinander verbunden. Die von B.T. Innovation entwickelte Technik hat sich bewährt und wird auch zum Bau von Fertighäusern in Deutschland eingesetzt. Das Flachdach bietet zudem noch die Möglichkeit für eine zweite Etage.

 

„Für uns war vor allem wichtig, dass die Häuser  vor Ort gefertigt werden können“, erklärt von Limburg. Das sei zum einen kostengünstig, zum anderen schaffe es Arbeit und Wertschöpfung in den ärmeren Ländern. Aus Deutschland müssten nur Verbindungsteile und Abdichtungen geliefert werden. Rund vier Millionen Euro hat B.T. Innovation  in die Entwicklung der  Niedrig-Preis-Häuser investiert.

Konkurrenz aus Deutschland

Auch andere deutsche Firmen haben den Markt für sich entdeckt. So  stellt unter anderem die Firma Feilmeier  aus Osterhofen (Bayern) eine noch deutlich einfachere Variante mit 87 Teilen im Stecksystem her. Der bekannte amerikanische Architekt Doug Sharp  hatte bereits 2014  ein 6 000-Dollar-Haus konzipiert. Der Markt dafür ist groß. Laut Weltbank leben mindestens 640 Millionen Menschen in Slums, die meist nur aus Wellblechhüten bestehen. Vor allem die hygienischen Zustände sind vielerorts katastrophal.

In den vergangenen Monaten hat von Limburg mit zahlreichen Botschaftern und  Bau-Unternehmern aus afrikanischen Staaten über eine Vermarktung gesprochen. Doch die Koordinierung von Einzelprojekten würde die Magdeburger wahrscheinlich überfordern. Geschäftskonzept des Unternehmens mit 60 Mitarbeitern ist es, Marktnischen zu finden und Produkte dafür herzustellen.

B.T. Innovation hat daher die Rechte für das Herstellungsverfahren an einen Konzerns verkauft und im Gegenzug Lizenzen für den Bau von Industrieanlagen zurückerworben.    „Die Chancen, dass die Häuser nun auch wirklich gebaut werden, stehen damit gut“, sagt von Limburg.  „Nicht an der Technik oder der Finanzierung, sondern vor allem an der Zusammenarbeit mit den Behörden  vor Ort scheitern  viele neue Haus-Projekte.“

Von Limburg  hat schon die nächsten Projekte im Blick. Auch in vielen europäischen Großstädten wird bezahlbarer Wohnraum knapp. Fertigteilhäuser, die deutlich schneller errichtet werden können, sind in Deutschland  auf dem Vormarsch. Die Magdeburger wollen nun auch ein  preiswertes Haus für den europäischen  Markt entwickeln. „Die Ausstattung muss dafür natürlich viel hochwertiger werden, das Bauprinzip wird jedoch ähnlich sein.“ Steffen Höhne

Blausee – Vom Tagebau zum Urlaubsparadies

Luftaufnahme vom Resort in Gröbern / Foto: Andrè Kehrer
Vier Meter hoch, bis elf Tonnen schwer – der wahre König der Tiere kommt aus Sachsen-Anhalt. Sein Name:  Bernd. Gröbern (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) gilt als Heimat des Waldelefanten.  1987 haben Archäologen hier ein  Jahrtausende altes Skelett gefunden.   Inzwischen dient das  Rüsseltier quasi als Maskottchen und Wegweiser des  neuen  See- und Waldresort. Zugleich steht das Symbol   für einen gelungenen Wandel  zwischen Elbe und Mulde.

Einst Heimat urzeitlicher Exoten, später Kornkammer des Ostens, schließlich großflächiger Kohleabbau: Die Rekultivierung der Region kostet Milliarden.   Seit 1990 wächst die mitteldeutsche Seenlandschaft So ist es dem ehemaligen Tagebau Gröbern, der letzten  Braunkohlengrube im Bitterfelder Revier, ein touristischer Besuchermagnet entstanden.

Bernd, der Waldelefant, würde staunen – genauso wie die Experten aus der ganzen Welt, die das  künstliche Gewässer und dessen Umland  studieren. Immer mehr Erholungssuchende entdecken   die  neue Urlaubsadresse   im Städte-Dreieck  Halle, Leipzig, Berlin.  Angler kommen an dem See, der ungefähr so groß wie 360 Fußballplätze ist, ohnehin  auf ihre Kosten. Jäger gehen in den jungen Wäldern ringsum erfolgreich auf die Pirsch. Die Dübener Heide grenzt unmittelbar an.

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Starker Investor aus dem Süden

So viel heile Welt, das ist im Jahr 2007 kaum vorstellbar. Damals stehen das Tagebaurestloch und angrenzende Flächen zum Verkauf. Der Kommune erscheint die Entwicklung des Geländes eine Nummer zu groß, sie winkt ab. In einem Bieterverfahren findet der Bergbaubetrieb einen Partner mit Visionen: Blausee. Hinter diesem Namen versteckt sich ein Forstbetrieb, der bereits Wälder in der Nachbarschaft bewirtschaftet – am Gremminer See (Ferropolis) und am Bergwitzsee. Investor ist die finanzstarke Unternehmer-Familie Merckle aus Baden-Württemberg.

Blausee-Prokurist Carsten Helling gehört kann die Geschichte des Projektes von Anfang an erzählen. Und der studierte Forstmann macht auch kein Geheimnis daraus: „Anfangs gibt es nur vage Vorstellungen. Es ist ein Lernprozess, der bis heute anhält.“ Vorhaben dieser Dimension lassen sich, so seine Erfahrung, nicht im Hau-Ruck-Verfahren umsetzen.

Nur wer einen langen Atem habe, sagt Helling, komme an das Ziel. So habe der Gremminer See, anders als berechnet, immer noch nicht den geplanten Wasserstand. Das sei am See in Gröbern, wo  reichlich Grundwasser  drücke,  zwar  nicht der Fall. Trotzdem müsse vieles bedacht und geklärt werden, damit die bislang eingesetzten 17 Millionen letztlich gut angelegt seien.

Ein eigenes Kraftwerk liefert den Strom

Bei einem Vorhaben dieser Art  habe niemand eine Blaupause. Man sei überall im Neuland unterwegs, so Helling. Es  beginne mit bergrechtlichen Fragen und reiche bis zur  unabhängigen Wärmeversorgung, die zudem kostengünstiger als Gas oder Öl sein soll.  Letzteres sichert inzwischen ein   betriebseigenes Kleinkraftwerk direkt vor Ort.  500 Kilowatt beträgt aktuell die Leistung der beiden Kessel. Eine Erweiterung der Anlage ist, falls erforderlich, aber  möglich.

Holzabfälle, die im Forstbetrieb anfallen, liefern die Energie für das 2015 eröffnete See- und Waldresort. Nutzer ist  das direkt am Strand gelegene Hotel auf Vier-Sterne-Niveau. Auch das Restaurant „Waldelefant“ ist am Netz, ebenso 35 Ferienhäuser, ein  Wohnmobil-Camp und diverse andere Einrichtungen, darunter ein Hofladen.

Das Geschäft  bietet Fisch-Spezialitäten aus dem Gröberner See an. Dazu gehören fangfrische Kleine Maränen. Die  ansonsten eher im Bodensee beheimateten Edelfische schätzen das  extrem   klare Wasser.  Sichtweiten zwischen fünf und acht Metern sind hier nicht ungewöhnlich. Mit der Entwicklung  eines zunehmend artenreichen  Bestandes in dem bis zu 50 Meter tiefen Gewässer sind Wissenschaftler vom Institut für Binnenfischerei in Potsdam betraut. Döbel, Hecht, Barsch und andere Fische, die in der Mulde heimisch sind, gibt es bereits auch hier.

Natur und Moderne vereint

Nicht nur den See, sondern auch den Wald ringsum sieht  Prokurist Helling als „Jahrhundertaufgabe“. Noch würden Pappeln, Birken und Kiefern vorherrschen, eben  typische Bäume zur Rekultivierung von Bergbaulandschaften.  Nach und nach   sollen aber  jene Arten  nachwachsen, die  natürlicher Weise    in den Landstrich gehören. Dazu gehörten nicht zuletzt  Eichen, Linden und  Ahornbäume.  Ziel sei ein hochwertiger und vor allem widerstandsfähiger Mischwald.

Bereits alltäglich ist die Herausforderung, den Gästen  des See- und Waldresort ihren Aufenthalt zum Erlebnis zu gestalten. 30 fest angestellte Mitarbeiter haben damit alle Hände voll zu tun. Wie gut das klappt, belegt die  vergleichsweise hohe  Nachfrage.  Im zweiten Jahr  brilliert das Hotel am See mit  Buchungsraten von mehr als 60 Prozent.

Neueste  Errungenschaft: die Elefanten-Lodge.  Direkt am See gelegen bietet das Holzblockhaus inklusive Fitnessbereich alles, was zu einer Ideenschmiede gehört. Inspiriert von Bernd, dem urwüchsigen Waldelefanten, können beispielsweise gestresste Manager in abgeschiedener Ruhe ihre  Antwort auf die Frage „Was tun?“ suchen .

Jedes Jahr soll nach den Worten von Helling ein neuer Anziehungspunkt hinzukommen, Schritt für Schritt. 2018  ist es der neue Heimatzoo gewesen:  Pferde, Rinder, Schweine, Ziegen, Enten und  Kaninchen  , oft  zum Streicheln nah. Mit einer Wellness-Oase nebst Saunawelt soll dem Konzept bald ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden. Aber auch damit ist  Bernds Erlebniswelt noch lange nicht am Ende, ist man sich bei Blausee sicher. Ralf Böhme

Eine Romantikstraße für Sachsen-Anhalt

Christian Antz / Foto: Andreas Stedtler
„Ich will gleich ehrlich sein“,  betont Christian Antz, lehnt sich aber schon mit einem leichten Grinsen zurück: „Alles begann 1992 mit einer Idee aus Niedersachsen und einer Absage aus dem Wirtschaftsministerium in Sachsen-Anhalt.“

Der Saarländer Antz bewarb sich nach seinem Kunsthistorik-Studium im Ministerium von Horst Rehberger (FDP) in Magdeburg, bekam zunächst aber eine Absage. „Zwei Wochen später wollten sie mich doch haben“, sagt der 56-Jährige. „Auf einmal suchte das Ministerium jemanden für ein ungewöhnliches Projekt: Den Aufbau einer Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt. Und da hat man sich offenbar an mich erinnert.“

Ein Projekt ohne Zukunft?

Die Idee hatte aber zuerst Rehbergers Kollege in Hannover. Der fragte an, ob sich Niedersachsens ostdeutsches Partnerland Sachsen-Anhalt an einem solchen Vorhaben beteiligen wolle. Doch schnell fiel in Magdeburg die Entscheidung: Wir ziehen das alleine durch. Konkrete Vorgaben habe er nicht bekommen, erklärt der Kunsthistoriker. „Rehberger hat zu mir nur gesagt: mach einfach!“ Und so entstand ab August 1992 innerhalb weniger Monate die Straße der Romanik, die am 7. Mai 1993 von Bundespräsident Richard von Weizsäcker in Magdeburg eingeweiht wurde und die 2018 ihr 25-jähriges Bestehen feiert.

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„Heute einfach unvorstellbar!“ Drei Worte reichen, um die Umstände zu beschreiben, unter denen Antz seine Mission in Angriff nahm. Zum einen galt es, geeignete Orte und Bauwerke ausfindig zu machen. Und zum anderem war es wichtig, Ansprechpartner vor Ort von der Sache zu begeistern. „Ich bin häufig am Wochenende mit meinem alten Golf durchs Land gefahren“, so der 56-Jährige. Doch das war ebenso schwierig wie die Kontaktaufnahme mit Leuten vor Ort. „Die A 14 gab es noch nicht, und die Telefonverbindung in den Süden war noch äußerst schlecht“, erzählt Antz. Handy und E-Mail waren ohnehin noch kein Thema.

Alle zogen an einem Strang

Wie schaffte der Saarländer es dennoch, das Vorhaben auf die Beine zu stellen und zum Laufen zu bringen? Es war wohl die große Unbekümmertheit, erinnert sich  der 56-Jährige. Zeit zum Zaudern oder für Bedenken gab es nicht. Doch es gab auch Probleme, so der damalige Projektleiter im Tourismus-Referat des Wirtschaftsministeriums. „Wir mussten in Halberstadt etwa mit der Kirche um Öffnungszeiten für den Dom kämpfen, das wäre heute völlig unvorstellbar.“

Wenn Antz einmal nicht an seinem Schreibtisch saß oder im Land unterwegs war, traf er sich mit Vertretern aus anderen Ministerien, der Kirchen und des Landestourismusverbandes in einer Arbeitsgruppe zur Straße der Romanik. „Wir haben alle sehr gut zusammengearbeitet.“

Und welches Bild hat er heute  von dem Projekt, das er mit aus der Taufe gehoben hat und das heute 88 Bauwerke in Sachsen-Anhalt zählt? „Am Anfang wollten wir vor allem Geschichte möglichst spannend machen, aber auch den Stolz der Menschen für ihr Bundesland wecken.“ Die Umstände dafür seien günstig gewesen.

„Damals gab es in Sachsen-Anhalt ein Vakuum, so etwas wie die Straße der Romanik existierte einfach noch nicht, das haben wir genutzt.“ Zum Jubiläum findet Antz, der heute Berater des Magdeburger Kulturbeigeordneten für die Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025 ist, aber auch mahnende Worte. „Bei so einem Projekt brauchen die Akteure einen langen Atem, dürfen nie in der Qualität nachlassen.“ Und welches Erfolgsrezept hat er für seine Nachfolger? „Man muss zunächst den Bürger auf der Straße erreichen. Kann der ihnen sagen, wo es zum nächsten Bauwerk an der Straße der Romanik geht, dann haben sie alles richtig gemacht.“ Christian Schafmeister

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