Besser leben in Sachsen

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Schon Wilhelm Busch wusste es genau. „Darum lautet ein Beschluss, dass der Mensch was lernen muss.“ Und zwar das ganze Leben lang, denn Bildung fängt ganz früh an, geht in der Schule weiter, zieht sich durchs ganze Leben und hört dank Volkshochschule und Co. auch im Alter nie auf. Das wissen auch die Sachsen – lesen Sie hier inspirierende Geschichten übers Lernen, Forschen und Entdecken.

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​Das Märchenschloss ist zurück

PR: SKD Museum

Gold. Prunk. Erdrückend beeindruckender Glanz. So lebten sie also, diese legendären kunst- und prachtverliebten Sachsenfürsten. In ihrem Schloss, direkt an der Elbe. Die große katholische Kathedrale auf der einen, die evangelische Frauenkirche mit ihrer imposanten Kuppel auf der anderen Seite. Mitten im barocken Dresden. Hier, im Obergeschoss des Schlosses sind sie nun seit wenigen Wochen wieder zu bestaunen: die atemberaubend–protzenden Paraderäume.

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Schlafgemach, Thronzimmer, Porzellan Zimmer, insgesamt neun Räume … Aus Goldfäden gewebte Vorhänge als Tapeten an den Wänden, riesige Spiegel, in denen sich der Glanz aus Gold und Silber zahlreicher Leuchter und Standuhren spiegelt, bis zu hundert Quadratmeter große Deckengemälde des weltberühmten Louis de Silvestre. Und doch Räume, in denen nie jemand gelebt hat. Sie waren einzig und allein als Theaterkulisse gedacht. Für eine märchenhafte Hochzeit vor genau 300 Jahren. Eine Hochzeit, die selbst heutige, medienwirksam inszenierte blaublütige Vermählungsspektakel made in Windsor, in den sprichwörtlichen Schatten stellen würde.

Der junge sächsische Kurprinz Friedrich August, Sohn des legendären Sachsenherrschers August des Starken, heiratete die Habsburger Kaisertochter Maria Josepha. Einen Monat lang war deshalb an der Elbe gefeiert worden. In einer Inszenierung unter Regie August des Starken. So war zum Beispiel der Zwinger, gleich nebenan, ebenfalls als Ort für an Rom erinnernde Freiluft-Spektakel zur Bespaßung der internationalen Hochzeitsgäste gebaut worden, die Braut wurde per Riesengondel auf der Elbe zu ihrem am Ufer wartenden Bräutigam gebracht und zog gemeinsam mit ihm unter dem Jubel der Dresdner Untertanen dann ins Schloss – und der größte Bergmannsaufzug der Welt krönte das vierwöchige Schauspiel schließlich. August der Starke wollte den europäischen Adel beeindrucken. Sein Sohn, so die Idee dahinter, sollte Kaiser werden. Dafür brachte sich Sachsen glanzvoll in Stellung. Man wollte zeigen, dass man nicht nur politisch, sondern vor allem auch wirtschaftlich potent genug für diese Rolle ist. Und die Paraderäume? Auch sie gehörten zur perfekten Inszenierung. Das Brautpaar durchschritt die Räume, strebte dem Thronzimmer zu. Mit jedem Raum wurde die Kulisse glanzvoller. Der europäische Adel säumte beeindruckt, eng in die Räume gedrängt, den Weg, nahm im bildlichen Sinne die Parade ab. Das Schauspiel funktionierte, man sprach noch Jahrzehnte später ehrfürchtig in ganz Europa vom unglaublichen Glanz. Für den Kaisertitel reichte es letztlich aber nicht. Zu viele Mächtige zogen an zu vielen verschiedenen Stricken – und Sachsen setzte bei Kriegen zudem meist auf die falschen Pferde …

Aber diese atemberaubenden Räume da oben im Schloss, die blieben. Voller wertvoller Bilder, voller imposanter Stücke sächsischer und internationaler Kunsthandwerker, voller Meißner Porzellan. Bis Deutschland die Welt zum zweiten Mal anzündete und die mörderischen Flammen dieses Zweiten Weltkriegs dann 1945 auch nach Dresden zurückschlugen. Im Februar zerstörten die Bomben fast die komplette Dresdner Innenstadt. Auch das Schloss blieb nur noch als verstörende, mahnende Ruine mitten im Herzen der Stadt zurück.
Bis zur politischen Wende im Herbst 1989. Dann nahm der natürlich schon lange gehegte Wunsch der Dresdner erheblich Fahrt auf, nach zum Beispiel dem Zwinger oder auch der Mitte der 1980er Jahre wiederaufgebauten Semperoper, nun auch das Residenzschloss zurückkehren zu lassen. Schritt für Schritt nahm diese Idee schließlich Gestalt an. Der Hausmannsturm – der stolze Schlossturm – ragt längst wieder in die beeindruckende Altstadt-Silhouette, das Grüne Gewölbe – die ebenfalls legendenumwobene Schatzkammer August des Starken – hat seine angestammten Räume im Schloss zurückbekommen, und vor rund zehn Jahren lag dann auch der fertige Plan auf dem Tisch, die Paraderäume wiedererstehen zu lassen. Konkrete Summen nennt hier zwar niemand gern, aber wer sich umschaut ahnt, dass hier auch finanziell Atemberaubendes entstanden ist … Zumindest ein paar beeindruckende offizielle Zahlen gibt es dennoch: 300 Firmen, Fachplaner, wissenschaftliche Institute und Künstler waren beteiligt, 122.400 Bögen Blattgold wurden für die neun Räume gebraucht, etwa 3,5 Kilometer Goldtresse und 1,5 Kilometer Seidensamt wurden verarbeitet, der Goldstoff für das Paradebett besteht aus 24 Karat vergoldetem Silber und Firmen aus fünf Ländern waren allein für die Wandbehänge tätig. Ja, es ist tatsächlich auch diesmal ein Werk mit europäischer Dimension geworden. Künstler und Firmen unter anderem aus Italien, Frankreich, Spanien, Österreich und England arbeiteten mit.

Natürlich sollten die Räume dabei so nah wie möglich am historischen Vorbild sein, „andererseits mussten auch moderne Beigaben wie Lüftung, Klimatisierung oder auch Rauchmelder eingebaut werden, aber unsichtbar bleiben“, verriet Dr. Ulf Nickol anschließend, was die Besucher in all der goldenen Pracht nicht sehen. Er ist als Niederlassungsleiter des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement für die bauliche Rekonstruktion der Räume im Obergeschoss des Schlosses verantwortlich gewesen. Und ist hörbar zufrieden, dass der Spagat zwischen Geschichte und Heute gelungen ist. Spannend war dabei selbst für einen „alten Rekonstruktions-Hasen“ wie ihn, „dass wir hier zahlreiche originale Stuckteile, Leuchter und auch Stoffpilaster gefunden haben, die restauriert und integriert werden konnten“. Über 70 Jahre nach dem verheerenden Feuersturm der Bombennacht im Februar 1945 wirklich fast so etwas wie ein Wunder.

Wie die Rückkehr der Paraderäume – oder die „Rückkehr des Märchenschlosses“, wie einige europäische Blätter schrieben – überhaupt ein Wunder ist. Denn damit sind nun rund 80 Prozent des weitgehend zerstörten Residenzschlosses wiederhergestellt, was beim Blick auf die Schlossruine noch vor 30 Jahren, in der Zeit um den überraschenden Mauerfall, wohl niemand wirklich geglaubt haben dürfte, als wie erwähnt erste Ideen für einen Wiederaufbau laut wurden. Nun ist das Schloss zurück. Und damit die Pracht. Und ein wichtiges Stück sächsischer, ja europäischer Geschichte, ist auch Professor Dirk Syndram begeistert. Er ist Direktor der Rüstkammer und des Grünen Gewölbes hier im Schloss. Ein Teil der Ausstattung der Paraderäume war im Zweiten Weltkrieg vorsichtshalber ausgelagert worden und blieb so erhalten. Etliches davon wurde dann auch im Grünen Gewölbe gezeigt, nun konnten die Originale zurück an ihren originalen Platz. Hinzu kommen auch etliche Stücke aus der Rüstkammer und den Porzellansammlungen. Dirk Syndrams absoluter Favorit in den wiedergeborenen Paraderäumen ist dabei allerdings sozusagen der Stoff aus dem kurfürstliche Legenden gewebt sind; die originale Garderobe August des Starken. Allem voran das Krönungsgewand, das der damals 27-Jährige trug, als er neben seiner Rolle als sächsischer Kurfürst auch König von Polen wurde. Und heute, 300 Jahre nach der ersten Eröffnung dieser Paraderäume, können die Besucher den Sachsenherrscher hier treffen, ihm sogar Aug um Auge gegenüberstehen. Denn August hatte noch zu Lebzeiten eine tatsächlich lebensechte „königliche Statua“ nach seinen Abmaßen anfertigen lassen, um seinen atemlos staunenden Gästen unter anderem seinen prächtigen Krönungsornat präsentieren zu können. Jetzt gibt es diese „Statua“ wieder – und August erwartet hier im golden glänzenden Gewand seine Gäste. Ein kleines spannendes Detail sei zudem noch erwähnt: Auch das stählerne Hufeisen, das August mit bloßen Händen zerbrach und ihm den Beinamen „der Starke“ einbrachte, ist hier zu sehen. Samt historischem Zertifikat der Echtheit … „In den Paraderäumen illustrieren wir das höfische Leben im 18. Jahrhundert“, beschreibt Historiker Syndram die Faszination, von der sich die Besucher spürbar anstecken lassen. Das haben schon die ersten Wochen nach der Wiedereröffnung gezeigt.
Ja, Dresden hat nun wohl endgültig sein Märchenschloss zurück.

Öffnungszeiten der Ausstellungen im Dresdner Residenzschloss täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr.
www.skd.museum.de

Von Jens Fritzsche

Schlingentraining für Menschen mit wenig Zeit

Carsten Nolte  beim Training mit dem TRX. Foto: Robert Michael
Der Kardiologe Carsten Nolte hat ein Team von Ärzten, Physiotherapeuten, Psychologen, Arbeitsmedizinern und Personaltrainern um sich geschart und bietet gestressten Managern Gesundheitschecks an. Einige kommen freiwillig, immer mehr werden von ihren Firmen geschickt.

Aus gutem Grund. Denn um den Gesundheitszustand der sächsischen Unternehmerschaft sei es schlecht bestellt. Die meisten Unternehmer stünden ständig unter Strom. Das rächt sich. Wenn man nachts nicht mehr schlafen kann, sollte man handeln, sagt Nolte, der bezweifelt, dass es die unspezifische Diagnose Burn-out so häufig gibt. Hinter der Abgeschlagenheit verstecke sich oft eine Schlafapnoe.

Kraft und Ausdauer gemeinsam trainieren

Die Therapie ist simpel. Wer tagtäglich seinen Geist fordert, muss irgendwann auch was für seinen Körper tun. Laufen galt in Managerkreisen lange Zeit als Allheilmittel. Auch Carsten Nolte läuft, sehr viel sogar. Die 72,7 Kilometer beim Supermarathon über den Rennsteig hat er in acht Stunden, 51 Minuten und 49 Sekunden absolviert.

Doch das Laufen trainiert nur die Beine. Oberhalb des Beckens ist Schluss. Wer denkt, ein paar Liegestütze reichen, der irrt. Wer für sich eine Möglichkeit sucht, Kraft und Ausdauer gemeinsam zu trainieren, der wird bei TRX landen.

Die Ganzkörpertrainingsmethode wurde ursprünglich in Norwegen erdacht und für die Navy Seals so weiterentwickelt, dass bei Kampfeinsätzen im Ausland auch ohne Geräte ein Training möglich ist. Der Sportler arbeitet mit zwei Schlingen gegen die Schwerkraft und sein eigenes Körpergewicht.

Training gegen das Sitzen

Beim TRX- Training werden vor allem die kleinen, tief liegenden und gelenknahen Muskelgruppen beansprucht. Der Rumpf wird stabilisiert. Das ist wichtig bei Managern, die einen Großteil ihres Arbeitstages sitzend in Konferenzen oder in Autos verbringen, sagt Carsten Nolte.

Er hat  für alle gestressten Unternehmer eine gute Nachricht: Unser Körper ist nicht besonders nachtragend. Wer bereit ist, regelmäßig etwas zu tun, wird mit einem deutlich verbesserten Fitnessgrad belohnt. Die Ausrede mangelnder Zeit lässt der  Mediziner nicht gelten. Trainieren lässt sich organisieren, genauso wie Geschäftstermine. Ines Mallek-Klein

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Kügelchen für Nahrungsergänzung und Anti-Aging, Riegel und Brownies, Cracker und Cookies: Anona hat alles drauf. „Unsere Mitarbeiter entwickeln pro Jahr etwa 1000 neue Produkte“, ergänzt Dietzsch. Allein bei Softeis- und Streicheis-Pulvern habe Anona aktuell 50 Sorten im Angebot. „Seit der Wende flossen etwa 75 Millionen Euro ins Unternehmen, zuletzt in die Erweiterung unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung.“

Der nächste Schritt sei der Ausbau der Fertigungskapazitäten. Und nicht ohne Stolz fügt der Anona-Chef hinzu: „Wir sind heute Europas führender Hersteller für diätische Lebensmittel und Nahrungsergänzungen.“ Beachtliche 1500 Rohstoffe habe das Unternehmen in seinem Zutatenpool, ist auf dessen Homepage zu lesen.

Unternehmen entwickelt sich rasant

Anders ausgedrückt bedeutet das nach Angaben von Dietzsch, dass Anona zuletzt mehr als 14 000 Tonnen im Jahr absetzen konnte. Das sei im Vergleich zu 2012 immerhin ein Plus von 5000 Tonnen. „Auch  unsere Mitarbeiterzahl entwickelte sich rasant. Mit mehr als 500 – einschließlich Saisonkräften – hat sie sich im Vergleich zu 2010 verdoppelt. Damit sind wir der wichtigste Arbeitgeber in unserer Region.“

So positiv sah es für den Betrieb nicht immer aus, dessen Marke Anona für ein über 180 Jahre erfolgreiches Unternehmen steht. Die Firma hat sich von einer ehemaligen Getreidemühle zu einem modernen Nahrungsmittelhersteller gemausert. Die Zeit nach der Wende sei eine große Herausforderung gewesen. „Uns ging es wie vielen Betrieben in Ostdeutschland. Quasi über Nacht waren unsere Produkte, unter anderem das Anona-Softeis, nicht mehr gefragt. Die Märkte brachen weg.“

Von 134 Mitarbeitern seien nur noch 34 übriggeblieben. Ein mühevoller Neustart „gelang zunächst mit Zusatzstoffen für Backmischungen, die wir nach 1990 an Industrie und Handwerk lieferten“, erinnert sich der Chef. Das half beim Überleben. Eine gewisse Zäsur stellte wohl 1994 dar, seit diesem Jahr produziert Anona neben Softeis diätische Lebensmittel und Nahrungsergänzungen. „Wir tun dies ausschließlich für Vertriebsunternehmen – private Labels“, berichtet Dietzsch.

Das soll heißen, dass die Kunden Anona beauftragen, für sie spezielle Produkte zu entwickeln und herzustellen. Die Vermarktung liege dann in den Händen der Auftraggeber. Sich auf diese Vorgehensweise, auf diese Stärken zu konzentrieren, habe sich als erfolgreich erwiesen.

Abnehmer in 30 Länder

Mit der Folge, dass in den vergangenen Jahren eine „stetige positive Unternehmensentwicklung“ zu verzeichnen gewesen sei. Mehr als diese recht allgemeine Aussage ist dem Firmenchef nicht abzuringen. Zu konkreten Zahlen mag er nichts sagen. „Wir äußern uns nicht zu Umsätzen und Gewinnen.“ Immerhin zählen die Colditzer inzwischen 400 Kunden zu ihren Geschäftspartnern.

Und die sitzen nicht nur im Inland. „Wir agieren seit Jahren international“, berichtete Dietzsch. Abnehmer in 30 Ländern habe Anona. „Vorwiegend in Europa und Asien – und über Kundendistributionen sogar weltweit.“ Auf seiner Homepage führt das Unternehmen mit Europa, Nord- und Südamerika, Asien, Afrika und Australien alle Erdteile auf, wohin seine Produkte geliefert werden. Insgesamt zehn Prozent aller Erzeugnisse gehen demnach in den Export. „Künftig wird China verstärkt im Fokus stehen“, erklärt der Geschäftsführer mit Blick auf die nächste Zeit. Regelmäßig auf nationalen und internationalen Branchenmessen vertreten, knüpft Anona nach eigener Darstellung ständig neue Kontakte für eine beständige Expansion.

Somit soll sich der Aufschwung des Betriebes vom einstigen DDR-Hersteller für Instant-Pudding und Softeispulver zum weltweiten Player für diätische Lebensmittel und Nahrungsergänzungen fortsetzen. „Natürlich streben wir eine weiterhin positive Unternehmensentwicklung an“, betont Dietzsch. „Was auch einen Zuwachs an Mitarbeitern bedeutet.“ Schließlich ist die erneute Aufstockung der Fertigungskapazitäten bereits fest eingeplant.

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